Young Professionals' Day 2015 Karriere-Guide

Von Managern & CEOs: 10 Karriere-Tipps für deinen Traumjob in der Fashion-Branche

17.06.2015 / 14:45 Uhr

Einmal als Chefeinkäuferin von Showroom zu Showroom jetten, Werbekampagnen für hochkarätige Marken konzipieren oder als CEO die Geschicke des internationalen Textilkonzerns lenken. Zwar gibt es keinen Patentweg an die Spitze der Modewelt, doch ob kometenhafter Höhenflug oder stetiger Aufstieg an der Karriereleiter - einige hilfreiche Tipps gibt es in jedem Fall zu beachten. Wie bewerbe ich mich richtig? Worauf kommt es wirklich an? Und welches sind die No-Gos im Vorstellungsgespräch? Am Young Professionals' Day der Zeitschrift TextilWirtschaft sitzen jene auf dem Podium, die es wissen müssen: Modemanager, Personal-Chefin, Marketing-Experte von Zalando, H&M und Esprit. Große Namen und echte Branchen-Profis. Aus ihren Tipps und Tricks bauen wir einen 10-Punkte-Plan, von der ersten Bewerbung bis zum Everyday Business - damit dein Traumjob kein Traum bleiben muss.

Für die, die wirklich ehrgeizig sind, bieten sich in der Modebranche tolle Karriere-Chancen.   Copyright: styleranking

1. Finde deine Leidenschaft

Die Modebranche ist riesig, die Berufsfelder weit. In dem Labyrinth der Stellenangebote gilt es den einen Job zu finden, der dich wirklich erfüllt. Denn für halbherzige Jobs ist das Leben zu kurz und die Konkurrenz zu groß. Will ich das und kann ich das überhaupt? Im Zweifel sollte man immer die beste Freundin oder die Eltern zurate ziehen. Manchmal stimmt die Selbstwahrnehmung nur bedingt mit dem Fremdbild anderer überein. H&M Deutschland Chef Thorsten Mindermann rät allen: "Sei ehrlich zu dir selbst. Was macht dir Spaß? Wofür brennst du? Finde es heraus, und dann erreiche es!"

2. Kenne dein Unternehmen

Wenn du deine Traumstelle entdeckt hast, verfalle nicht in Panik. Nur keine überstürzten Lebensläufe in die Welt senden. Vorbereitung ist alles, denn: "Heutzutage ist es so leicht, sich umfassend über ein Unternehmen zu informieren", erklärt Astrid Jagenberg. Sie arbeitet als Marketing-Director bei der Modekette Hallhuber. Du bewirbst dich bei einem Onlineshop? Dann bestell doch mal ein Teil und sende es wieder zurück, rät die Expertin. Mache dich mit den Abläufen des Unternehmens vertraut, jede Erfahrung ist hilfreich. Denn nur, wer zeigen kann, dass er Feuer und Flamme für einen Arbeitgeber ist, kann aus den vielen Hunderten Bewerbern herausstechen.

3. Netzwerken ist alles

In der Modebranche sind die persönlichen Kontakte elementar. Das berufliche Netzwerk gibt Rückhalt und nicht selten werden große Entscheidungen bei einer schnellen Tasse Kaffee getroffen. Esprit-Vorstandsmitglied Arndt Brockmann mahnt aber auch: "Diese Branche ist ein Mikrokosmos und man begegnet sich immer zweimal." Off- und auch online zählen deshalb Netiquette und ein professionelles Auftreten. Dazu gehört auch, seine Erscheinung in sozialen Netzwerken zu pflegen. Lege dir ein Xing- oder LinkedIn-Profil und vernetze dich mit potenziellen Arbeitgebern und Geschäftspartnern. Zalando-Personal-Managerin Janka Schmeisser kennt Bewerber, die sie vor dem ersten Gespräch gegoogelt haben und findet: "Das ist doch eine super Vorbereitung!"

Netzwerken ist alles: In der Mode kennt jeder jeden und gerade das eröffnet gute Karrierechancen.   Copyright: styleranking

4. Poliere dein Aushängeschild

Wenn es schließlich an die Bewerbung geht, solltest du nicht halbherzig agieren. Zwar sind Bewerbungsmappen aus Papier inzwischen ziemlich aus der Mode, doch auch bei der Online-Bewerbung ist Mittelmäßigkeit ein Jobkiller. Nimm dir Zeit zum Ausfüllen der Bewerbungsmaske und achte darauf, dass alles sorgfältig ist. "Die Bewerbung ist die erste Arbeitsprobe", gibt Human Resources Managerin Sandra von Keitz (VF Corporation) zu bedenken. Ein ansprechendes, leserfreundliches Layout und eine übersichtliche Anlage sind also Pflicht.

5. Weniger ist manchmal mehr

Wenn du jetzt bereits deinen Erste-Hilfe-Schein und dein Schwimmabzeichen eingescannt hast, bewahre einen Moment Ruhe. Denn von Keitz warnt auch davor, die Bewerbung mit zu vielen irrelevanten Qualifikationen ausarten zu lassen. Beschränke dich auf die wirklich wichtigen Nachweise. Schul- oder Hochschulzeugnis, Branchenerfahrung, Praktika. Dein Bewerberprofil wird an Schärfe gewinnen, wenn du es möglichst präzise auf den Traumjob zuschneidest.

6. Ehrlichkeit währt am Längsten

Unvergessen ist die Szene aus Shopaholic, in der Rebecca Bloomwood peinlich berührt eingestehen muss, dass sie doch nicht fließend Finnisch spricht. Um solche Situationen in deiner Modekarriere zu vermeiden, sollten Ehrlichkeit und Offenheit die oberste Prämisse sein. Lügen haben auch in der Welt hochgewachsener Supermodels kurze Beine, deshalb verspreche nichts im Bewerbungsschreiben, was du bei einem potenziellen Vorstellungsgespräch nicht auch belegen kannst. Das gilt auch für deine Schwächen. Perfektionsmus scheint die Standardantwort für alle Bewerber, doch nur die wenigsten sind es wirklich. Astrid Jagenfeld rät: "Lieber authentisch zugeben, woran man noch arbeiten muss, als sich etwas auszudenken."

Sie haben es geschafft (v.l.n.r.): Marc Willy (CEO, Nile Clothing), Jens Bastian (Head of Buying, Outfittery) und Arndt Brockmann (Vorstand Esprit) auf dem Podium mit TW-Redakteur Jorg Nowicki.   Copyright: styleranking

7. Offenheit hat Grenzen

Doch auch Offenheit hat ihre Grenzen, wie die Karriere-Experten des YPD erläutern. Beispielsweise, wenn es um Urlaub oder Sabbatical geht. "Gleich beim ersten Gespräch über den Jahresurlaub zu verhandeln, ist nicht ratsam", sagt Sandra von Keitz schmunzelnd. Wer schon vor der Jobzusage Angst um die eigene Freizeit hat, wirkt nicht sonderlich engagiert. Beim Thema Nachwuchs rät die Personal-Managerin sogar ganz bewusst Diskretion. Manchmal werden weibliche Bewerberinnen frei heraus nach ihrem Kinderwunsch gefragt - schmälert dieser etwa die Chancen auf den Traumjob? "Auf diese Frage muss man nicht antworten", erklärt von Kreitz strikt. Ganz anders sehen sie und ihre Kolleginnen aber das vermeintliche Tabuthema Geld. Alexandra Stein, Teamentwicklerin bei Reischmann, erklärt: "Das Gehalt ist ein ganz wichtiger Teil des Berufslebens und sollte unbedingt offen thematisiert werden." Im Zweifel darfst du also ruhig beim Wunschunternehmen anrufen und die Verdienstmöglichkeiten erfragen. Das signalisiert Interesse, Erfahrung und Professionalität.

8. Achte auf Dein Äußeres

Ein kleiner und doch fundamentaler Ratschlag in der Mode. Er wird spätestens dann wichtig, wenn die Einladung zum Vorstellungsgespräch ins Haus flattert. Thorsten Mindermann von H&M erklärt gerade heraus: "Schönheit ist Teil unseres Geschäftsfeldes, deshalb sollte man sein Äußeres pflegen und zeigen: Ich achte auf mich, ich mag es gern schön!" Natürlich bedeutet das nicht, dass du vor jedem Bewerbungsgespräch drei Stunden vor dem Spiegel und weitere drei vor dem Kleiderschrank verbringen sollst. Ein gepflegtes Äußeres sowie ein zurückhaltendes Outfit ohne große Markenlogos sind in der Modebranche ein Muss.Tipp: Informiere dich vorher durch einen Anruf, ob im Unternehmen ein Dresscode vorherrscht.

9. Lerne nie aus

Egal ob ein erfolgreich absolviertes Praktikum oder ein verpatztes Bewerbungsgespräch - jede Erfahrung ist wertvoll. Denn erst in der Praxis lernst du, deine Fähigkeiten aus deinem Lebenslauf umzusetzen. Und gerade weil die Modebranche so kommunikativ ist, wird das Feedback der Kollegen und Vorgesetzten dein wichtigster Lerneffekt sein. Blicke deshalb immer wieder auf verpasste Chancen oder gemachte Fehler zurück und sprich darüber. "Nur so lernt man sich selbst kennen und kann auch bei der nächsten Bewerbung für etwas einstehen", weiß Denise Delboi (Head of Retail and Expansion, TKN).

Feedback ist die wichtigste Kommunikation: Wer in der Branche voran kommen will, muss auch mal auf Fehler zurück blicken und auf andere hören.   Copyright: styleranking

10. Mehr denken statt nur mitdenken

Für den letzten und vielleicht wichtigsten Tipp zur Karriere in der Modebranche, wendet sich Marc Willy, CEO bei Nile Clothing, dem Publikum des Young Professionals' Days direkt zu. Denn egal ob bei der Bewerbung oder im täglichen Business: "Wer weiter kommen will, sollte nicht nur mitdenken, sondern mehr denken. Immer das kleine bisschen Extra geben", rät der junge Geschäftsführer. Du stehst vor einem Problem? Dann führe nicht nur aus, was dir aufgetragen wurde. Finde eigene Lösungen, entwickle Ideen und Alternativen. Eigeninitiative ist das beste Mittel, um sich in der wilden und konkurrenzstarken Modebranche hervor zu tun. Denn nur wer stets bestrebt ist, der Beste zu sein, kann es eines Tages auch werden.

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