Wirtschaft

Tops & Flops: Diese 5 Modelabels expandieren, diese 5 stagnieren

29.04.2016 / 14:38 Uhr

Es ist ordentlich etwas los in der Branche. Genauso wie Mode dem Lauf der Zeit unterworfen ist, aber immer mit ihm mitgeht, können sich auch die Labels dem stetigen Wandel nicht entziehen. Besonders auffällig derzeit: Die zahlreichen Pleiten der vergangenen Wochen. Zero, Steilmann und zuletzt Lederwarenanbieter Marc Picard mussten den Weg zum Amtsgericht antreten und Insolvenz anmelden. Auch sonst läuft es bei manchen Leuchttürmen der Branche nicht gerade rund. Andere wieder können sich über das Geschäft nicht beklagen. Kurze Bestandsaufnahme

Marc Picard gehört mit seinen 15 Millionen Euro Umsatz und seinen drei Dutzend Filialen nun nicht zu den Schwergewichten der Modebranche. Aber irgendwie ist es symptomatisch, dass nicht zuletzt die Shopexpansion des unterfränkischen Labels zu den Verlusten führte. Stores betreiben kostet viel Geld. Die Mieten in den Toplagen lassen sich getrost als absurd hoch bezeichnen. Wenn hier die Frequenz fehlt, gestaltet es sich als extrem schwierig, die Kosten wieder einzuspielen.

Aktueller Verlierer Nr. 1: Taschenhersteller Marc Picard muss Insolvenz anmelden.   Copyright: 360b/Shutterstock.com

Den Labels, bei den es derzeit nicht rund läuft, fehlt nicht allein die Markenstärke. Für Zero und Steilmann, die ebenfalls in den vergangenen Wochen Insolvenz anmelden mussten, mag dies noch gelten. Aber auch bei Branchengrößen wie Gerry Weber, Tom Tailor und Hugo Boss hat man schon einmal bessere Zeiten gesehen. Auffällig hier: Es handelt sich um Unternehmen, die sich vom Großhandel aus vertikalisierten. Eigene Stores, starke Expansion von selbst bespielten Flächen, den einen oder anderen Multilabelhändler hat man so verprellt - und geschwächt. Designerin Jette Joop hat hierfür eine ganz eigene Erklärung, wie sie gegenüber styleranking vor Kurzem in einem Interview erläuterte: "[...] ähnlich ist es auch in der Textil- oder Lifestylebranche. Durch das Internet ergibt sich einfach ein hochinformierter Kunde, der sagt: „Warum soll ich mich hier veralbern lassen, wenn ich woanders ein noch bequemeres Produkt zum ähnlichen Preis kriege?“ Trotzdem ist im Einzelhandel auch derjenige der Gewinner, der ein tolles Verkaufspersonal besitzt. Ein einzigartiges Erlebnis sowie eine kompetente Beratung bietet. Die Dinge hebeln sich nicht gegenseitig aus. Es geht darum, dass Anbieter ihr gegebenes Versprechen auch einhalten."

So langsam zeigt sich: Die Flucht nach vorn, direkt ran an den Kunden, ist vielleicht doch nicht der Weisheit letzter Schluss. Vertikale Strukturen lassen sich vielleicht aufbauen, ein Vertikaler ist man deshalb noch lange nicht. Die Inditex-Label à la Zara und Massimo Dutti, sowie H&M und Primark leben das Prinzip eben wahrhaftig. Und trotz des einen oder anderen Einbremsers hält der Positivtrend auf lange Sicht immer noch an. Trotz kleiner Rückläufe oder Stagnierung hier und da, wie beim schwedischen Modegiganten.

Das Geschäft für Inditex-Label Zara läuft weiterhin äußerst erfolgreich.

Der Umbruch geht also weiter. Zahlreiche Unternehmen stehen vor sehr großen Herausforderungen: Demografischer Wandel, der Siegeszug von M- und E-Commerce, steigende Mieten. Umstände, die sich nicht mehr ändern werden.

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