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WeChat, Musical.ly & Co: Diese 5 Smartphone-Apps sind am angesagtesten

Von Lara Schwitalla
06.08.2016 / 14:00 Uhr

Während sich Facebook, Instagram und Snapchat heute auf beinahe jedem Smartphone etabliert haben, gestaltet sich die Eroberung des Markts durch Newcomer-Apps immer schwieriger. Wer entwickelt das nächste geniale Konzept, realisiert die neueste Idee, kreiert die absolute App, auf die alle User bereits warten – ohne dass sie es bisher wussten? Wir stellen euch fünf polarisierende, beliebte und brandneue Apps für euer Smartphone vor. Ob sich der Download der Handy-Neulinge lohnt, was sie können und was die Zukunft für sie bereithält.

Prisma: Bearbeitungswunder oder Datenklau-Albtraum?

Das minimalistische schwarze Dreieck vor weißem Hintergrund als Logo verrät noch lange nicht, was tatsächlich hinter der polarisierenden Prisma-App steckt. Zunächst wirkt das Bildbearbeitungsprogramm fürs Smartphone nur wie eine weitere App zur Optimierung von Selfies und Co. Den zahlreichen Fotobearbeitungs-Apps gelingt die Verbesserung der Handyaufnahmen oft mehr schlecht als recht. Dementsprechend kritisch empfängt man den Newcomer Prisma. Doch was unterscheidet die App von herkömmlichen Bildbearbeitungs-Apps? Prisma bietet seinen Nutzern die Möglichkeit, in nur wenigen Schritten ihre Handyschnappschüsse mittels über 40 unterschiedlicher Filter in kleine Kunstwerke zu verwandeln. Der Clou: Anders als herkömmliche Apps legt Prisma nicht einfach nur einen Filter über das jeweilige Foto, sondern zeichnet die Aufnahme als Kunstwerk komplett neu. Die Technik funktioniert durch einen speziellen Algorithmus eines so genannten neuronalen Netzwerks. Aus diesem Grund werden die hochgeladenen Bilder von Hochleistungsrechnern in einer Cloud des Anbieters bearbeitet – der Mechanismus nähme viel zu viel Zeit auf dem Smartphone selbst in Anspruch.

Von Mondrian bis Van Gogh: Das neuronale Netzwerk von Prisma zeichnet das Bild im Stil des jeweiligen Filters neu.   Copyright: styleranking

Bis hierhin scheint die neue App nur Vorteile mit sich zu bringen – den Haken sehen einige Kritiker in der Formulierung der AGBs von Prisma. Mit der Zustimmung zu den allgemeinen Geschäftsbedingungen erklärt sich der Nutzer damit einverstanden, dass seine Daten an Drittanbieter und Werbeunternehmen weitergegeben werden dürfen, um individuelle Anzeigen zu schalten. Zusätzlich liegt das Urheberrecht der hochgeladenen Fotos zwar weiterhin beim Nutzer selbst, allerdings überträgt er die Nutzungsrechte an Prisma. Diese Formulierung klingt dramatisch, findet sich aber so auch eins zu eins in den AGBs von Facebook, Instagram und Co. wider.

Die Prisma-App ermöglicht einzigartige Bildbearbeitung ohne aufwendige Photoshop-Skills. Dabei punktet sie durch kinderleichte Anwendung: Filter auswählen, Intensität festlegen, fertig. Der angebliche Skandal um die Nutzungsrechte der Nutzer kann als viel Lärm um (fast) nichts abgestempelt werden. Viel interessanter gestalten sich unsere zukünftigen Erwartungen an die App. Sollten die Entwickler ihre Filter regelmäßig updaten und so für kreative Abwechslung à la Snapchat sorgen, könnte sich Prisma durchaus in der täglichen App-Nutzung etablieren

Musical.ly: Sympathischer Synchron-Gesang oder seltsame Selbstinszenierung?

Musical.ly präsentiert sich als Paradebeispiel der Smartphonementalität aller Millenials. Die Nutzer der Musical-App – auch liebevoll Muser genannt – inszenieren sich selbst in Lipsync-Videos zu den neuesten Musik-Hits. Inklusive Tanzeinlagen, Grimmassen Schneiden und Special-Effects. Die Vielzahl der begeisterten Muser sind Teenager und Tweenies. Genauso wie bei Facebook, Instagram und Co. können die Nutzer von musical.ly ihren Lieblings-Musern folgen und deren 15-Sekunden-Clips mit Herzchen bewerten. Das Konzept ist ebenso simpel wie genial: Der aufsteigende Lip-Sinc-Trend wird mit der Vorliebe für Social Media-Selbstdarstellung verknüpft. Neben der riesigen Auswahl aktueller Popsongs stehen den Musern zusätzlich verschiedene Bearbeitungs-Tools zur Verfügung. Neben den obligatorischen Filtern können die Nutzer in der Gratis-Version der App die Länge ihrer Videos zuschneiden, die gesamten Clips oder nur einzelne Sekunden-Abschnitte à la Boomerang rückwärts abspielen lassen.

Das musical.ly Erfolgsrezept: Man nehme ein Händchen für die kurzen Musik-Clips, ein gesundes Maß an Synchrongesang, Tanzeinlagen und Albereien und reichere seinen Instagram-Account von Zeit zu Zeit mit seinen musical.ly-Werken an. Damit liefert man den Beweis, dass man sich selbst nicht zu ernst nimmt. Zudem beweist jeder so ein sympathisches Maß an Humor. Vorsicht ist geboten bei der Menge an Selfie-Gesang! Wer eine plötzliche Invasion an Lip-Synch-Videos verursacht, sei gefasst auf eine ordentliche Portion Kritik gegenüber so viel Selbstinszenierung.

WeChat: Der App-Hype in Amerika

Taxi-App, Online-Banking, Instant Message: Wen nerven die zahlreichen Apps nicht, wenn sie mehrere Seiten des Smartphonebildschirms einnehmen? Abhilfe verschafft die chinesische App WeChat von Tencent. Neben dem Instant-Messaging Dienst bietet die 2011 veröffentlichte App Möglichkeiten zum Bestellen von Lebensmitteln, Take-Away-Food oder Taxen an. Auch Arzttermine, Flüge oder Kinotickets können WeChatter per App buchen, online shoppen oder schnell eine Überweisung tätigen. Zusätzlich stehen den Nutzern auch obligatorische Kommunikationswege zur Verfügung, wie Audionachrichten, Videotelefonate, Foto- und Videonachrichten. Das Konzept geht auf: Bereits mehr als 650 Millonen User nutzen die Multi-App auf ihrem Smartphone. Auch in Deutschland könnt ihr WeChat gratis downloaden und einer der ersten Trendsetter sein.

Ohne mein Handy, ohne mich! Wer mit WeChat arbeitet, kann Überweisungen, Shopping, Instant-Messaging und vieles mehr erledigen - und das alles über eine App.   Copyright: Alexander Koerner/Getty Images

Once: Slow-Dating-Erfolg oder schnell weg vom Fenster?

Während sich Single-Börsen wie Tinder, ElitePartner und Co. auf der einen Seite großer Beliebtheit erfreuen, hängt ihnen auf der anderen Seite oft das Image einer One Night Stand Verkupplung nach. Aus diesem Grund entwickelte Jean Meyer die neue Dating-App Once und kündigt Tinder den Kampf an. Das Konzept hinter Once: Im Vergleich zu Tinder erhalten Once-User nur einen einzigen Partnervorschlag pro Tag. Dabei ordnet ein Algorithmus die Nutzer in Gruppen potentieller Matches. Die finale Auswahl treffen sogenannte Matchmaker – eine Art moderner Amor. Tatsächlich entscheiden Menschen, keine Maschinen, anhand von Bildern, welche User am besten zusammenpassen. Rein optisch und oberflächlich versteht sich. Ob die Idee von Meyer funktioniert? Zwar entscheidet nicht das Aussehen, sondern letztendlich der Charakter über eine funktionierende Beziehung. Auf der anderen Seite verspricht das Konzept von Once insofern Erfolg, als es der schnelllebigen Gesellschaft durch „nur“ einen Partnervorschlag pro Tag etwas Wind aus den Segeln nimmt.

Pokémon goes to the future

Der Hype rund um Pokémon Go lässt sich partout nicht leugnen. Doch was verändert sich in Zukunft bei der App? Während die ersten Updates lediglich Fehler des Spiels beheben, sorgt die erste Funktions-Erneuerung für Furore. Seit fünf Tagen können Pokétrainer die Standorte der Pokémon nicht mehr via PokéVision und anderen Drittanbietern orten. Grund für die Einschränkung seien überlastete Server des Onlinespiels, welche auf diese Weise geschont werden sollen. Kein Wunder, dass die neue Hürde für Pokémon Go Spieler kaum positive Resonanz erfährt. Doch die Zukunft hält angeblich noch weitere Veränderungen für das gehypte App-Wunder bereit. Neben den Bug-Fixes ermöglichen die kommenden Updates den Nutzern völlig neue Spielfunktionen. Alle zwei Wochen sollen die Aktualisierungen abrufbar sein. Unter anderem können Spieler in Zukunft womöglich wilde Pokémon mit Ködern anlocken. Auch die PokéStops und Arenen könnten bald neue Funktionen erhalten. Außerdem besteht die Möglichkeit, dass Spieler Pokémon untereinander tauschen können. Man spekuliert sogar über zukünftige Kooperationen mit McDonald’s. Ein Student aus Australien habe bereits den Namen der Fast-Food-Kette im Code der Android-Version entdeckt. Erwarten uns bald also wilde PokéTrainer zwischen Big Macs und Chicken McNuggets? Fest steht, dass der Hype um die Virtual Reality-App zahlreiche Nachahmer auf das Spielfeld rufen wird. So soll schon bald eine Harry Potter-App folgen, die nach dem Pokémon Go-Konzept funktionieren wird.

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