Store Opening

Zadig & Voltaire Opening: Pariser Flair und Berliner Schickeria

20.04.2015 / 12:30 Uhr

Am Donnerstagabend, während die meisten Blogger-, Presse- und Medienleute müde von den Pressdays in ihre instagramtauglichen Betten fielen, ging die Party am Ku ́damm erst richtig los: Zadig & Voltaire lud ein, um die Eröffnung des ersten Flagshipstores in Berlin zu feiern. Die Berliner Promis ließen es sich nicht nehmen, zu Niki Pauls` Beats Sekt zu schlürfen und die neue Location einzuweihen.

Neben der Artdirektorin der Marke, Cecilia Bönström, fanden sich nach und nach lokale Socialites wie Shermine Shahrivar, Betty Taube, Cleo von Adelsheim oder Johanna Klum in den mit Neonröhren ausgeleuchteten Räumlichkeiten ein - alle natürlich von Kopf bis Fuß in den Designs des Hauses. Und während sich alle um die bunten Macarons versammelten, dem anwesenden Schoßhund ihre Begeisterung ausdrückten oder vor der Fotowand posierten, gelang es uns, einen Blick auf das Wesentliche zu werfen- die Kollektionen.

Der erste Eindruck: Sehr rockig, sehr bunt gemischt. Hier ein Blümchenkleid, dort eine Lederjacke, drüben etwas Nietenbesetztes und generell ganz viel Metall. Es scheint, als gäbe es kein richtiges Konzept, keine klare Linie. Aber was kann man schon nach den ersten fünf Minuten beurteilen? Also schnell eine Mitarbeiterin geschnappt und diese ausgefragt, wer die typische Kundin sei, was zu den Bestsellern gehört und ob es etwas gibt, was sie so ganz unter uns verraten könnte.

Sie gesteht uns: Die besagte „typische Kundin" gibt es nicht. Viele Menschen schauen einfach vorbei, sehen sich um, und entsprechen dabei so gar keinem Prototypen. Von der Businesslady, die auf den Schnitt des strengen Blazers setzt, über den Clubbesitzer, der sich die abgerockte Lederjacke schon zum zweiten Mal in einer anderen Farbe nachkauft, bis zur Studentin, die sich ein außergewöhnliches Teil gönnen möchte. Alles sei dabei und viele kommen gerne wieder. Die meisten kommen allein und wollen einfach gut beraten werden, sich Zeit lassen und wissen ziemlich genau, was sie wollen.

Artdirektorin Cecilia Brönström und Moderatorin Johanna Klum - im Bestseller von Zadig & Voltaire.   Copyright: Zadig & Voltaire

Gut nachvollziehbar, schließlich etabliert sich Zadig & Voltaire mit der vierten Boutique deutschlandweit in den Kleiderschränken der - meist wohlbetuchten - Kundschaft. Was ursprünglich ein Insidertipp war, bekommt immer mehr Aufmerksamkeit. Nicht zuletzt durch Prominente und deren Stylisten, die bei öffentlichen Auftritten gern auf die Marke setzen. Zum absoluten Verkaufshit gehöre das blaue Blümchenkleid, das Moderatorin Johanna Klum bei der Eröffnung trug - wir entdeckten aber auch viele Clutches mit Fransen, Metallketten und Reptilienlook, die ebenfalls sehr gern gekauft werden sollen.

Leder, Nieten, Rocker-Look: Die Clutches von Zadig & Voltaire versprechen, ein Verkaufsschlager zu werden.   Copyright: styleranking

Doch nicht nur die Kleidung selbst, auch die Einrichtung, mit ihren formgegossenen Betonpfeilern und viel weißem Lack, gehört zum Konzept des Stores. Das Interior ist die Visitenkarte der Marke, die 1997 von Thierry Gilier gegründet wurde. Mittlerweile gehört ein eigener Duft „Tome 1" und sogar eine Plattenfirma zum kleinen Imperium von Zadig & Voltaire. Tendenz steigend.

Und trotzdem lässt sich nach dem ersten Besuch noch kein richtiges Fazit ziehen. Zu viele vunterschiedliche Stile, zu viel Neues, zu viel des etwas Eingestaubten, zu viele VIPs auf den zu wenigen Quadratmetern - aber gerade genug einzelne Teile, die dazu einladen, einen zweiten Blick zu riskieren. Wenn die Musik nicht so laut und der Andrang auf die Sektgläser nicht so groß ist.

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