Die Marketing-Insights einer Skincare-Brand

Jana Schubert von La mer: "Wir sind aktuell mit rund 30 Influencer:innen im persönlichen Austausch"

Franziska Gajek
Von Franziska Gajek
22.12.2021 / 12:20 Uhr

La mer gehört zu den Brands, die mit richtig viel Geschichte ausgestattet sind. Firmensitz und Produktion liegen in Cuxhaven. Das Wattenmeer, der Naturschutz und die Kraft des Meeresschlick sind eng verbunden mit der Marke. Dass es viel zu erzählen gibt, ist unumstritten. Die Frage lautet nur: Wie, wo und über wen platziert La mer sein Storytelling?

Wir haben uns mit Jana Schubert, Leitung Online Marketing & Sales bei La mer zum Interview verabredet und über die Kommunikationsstrategie, besonders im Hinblick auf den Bereich Influencer und Social Media-Marketing, gesprochen. Und wir haben erfahren, welches Thema bei der Skincare-Brand gerade ganz oben auf der Agenda steht.

La mer arbeitet mit zahlreichen Influencer:innen zusammen. Welche Auswahlkriterien eine Rolle spielen, hat uns Jana Schubert im Interview erzählt.

styleranking: Welche Themen sind in der Kommunikation von La mer gerade besonders relevant?

Jana Schubert: Wir sind verstärkt im Bereich Nachhaltigkeit unterwegs. Dazu arbeiten wir mit einem Projektteam zusammen, was kontinuierlich an diesem Thema arbeitet. Monatlich gehen wir dazu in ein Führungskräfte-Meeting mit dem Schwerpunkt Nachhaltigkeit, um zu überprüfen, wo wir uns weiter verbessern können. Dazu gehört, die marinen Ressourcen zu schützen und auf unnötige Plastikverpackungen zu verzichten. Auch der CO2-neutrale Versand wurde schon eingeführt. Da gehen wir wirklich sehr ins Detail.

Darüber hinaus sind wir Partner des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer und haben dazu die Handpflegecreme “Küstenliebe” entwickelt. Konkret geht es darum, das Brutgebiet des Säbelschnäblers zu erhalten und darauf aufmerksam zu machen. Pro verkaufte Handpflegecreme geht deswegen 1 Euro an dieses Herzensprojekt.

styleranking: Das Thema Nachhaltigkeit erfordert viel Know-how. Wie bringt La mer alle Mitarbeiter:innen auf den gleichen Wissensstand?

Jana Schubert: Wir haben dazu externe Hilfe einer Beraterin bekommen, die das Thema sehr konkret angeschoben hat. Mirja Eckert von The New ist spezialisiert auf den Bereich Nachhaltigkeit und hat gemeinsam mit uns Prioritäten und Strukturen festgelegt. Es geht hier neben dem Bereich Umwelt auch um den Aspekt Nachhaltigkeit im Miteinander. All das nimmt Zeit in Anspruch. Aber wir haben uns bewusst dazu entschieden, diese Zeit zu investieren, weil uns das Thema so wichtig ist.

"Wir sind das einzige Unternehmen, das den Meeresschlick aus dem Wattenmeer in seinen Pflegeprodukten verarbeiten darf"

styleranking: Wer La mer besser kennenlernen möchte: Welches Hero-Produkt sollte jeder Beauty-Addict getestet haben?

Jana Schubert: Wir lieben das Seacrets Beauty Elixir - unser absoluter Schönheitsbooster - das ein verjüngtes, zartes und ausgeglichenes Hautbild fördert. Das Produkt ist geeignet für alle Hauttypen und verstärkt die Wirkung der Produkte, die man im Anschluss aufträgt. Außerdem enthält das Elixir die höchste Konzentration des einzigartigen Meeresschlick-Extrakts und kombiniert diesen mit energiespendendem, molekularem Sauerstoff.

Seacrets ist parfumfrei und kann auch von Med-Kunden verwendet werden. Zum Jubiläum gibt’s das Serum in einer tollen, neuen Verpackung. Wir merken: Die Verkaufszahlen sind angestiegen, das Elixir kommt sehr gut an.

styleranking: Du hast das Jubiläum angesprochen. Was definiert die DNA von La mer in den vergangenen 40 Jahren?

Jana Schubert: Wir stehen für hochverträgliche Hautpflege Made in Germany und haben dabei diese starke Verbundenheit zum Wattenmeer. Wir sind das einzige Unternehmen, das den Meeresschlick aus dem Wattenmeer in seinen Pflegeprodukten verarbeiten darf. Außerdem verwenden wir ein Höchstmaß an Inhaltsstoffen natürlichen Ursprungs in allen Rezepturen.

Zudem pflegen wir im Unternehmen ein enges Miteinander, einige nennen sich sogar Lamerianer. Wir fertigen in Cuxhaven und ich genieße es immer sehr, unsere Manufaktur dort zu besuchen. Die Atmosphäre ist sehr besonders. All diese Eigenschaften müssen wir in unserer Kommunikation herausarbeiten.

Aktuell arbeiten wir daran, unsere Produkte an die neuesten Standards anzupassen. Dazu gehört, dass fast alle Produkte frei von Mikroplastik sind. Manchmal ändern sich die Rezepturen geringfügig, um dem Anspruch gerecht zu werden, ganzheitlich nachhaltig zu agieren und weder Haut noch Umwelt zu belasten.

styleranking: Wie gelingt es La mer, diese erklärungsbedürftigen Themen in der Kommunikation zu setzen?

Jana Schubert: Wir führen einen eigenen Blog, um Content ausführlich aufgreifen und beschreiben zu können. Darüber hinaus konzentrieren wir uns im Vertrieb auf Apotheken, Onlineshops und Kosmetikinstitute. Dabei ist es wichtig, das Fachpersonal z.B. in Apotheken, Hotels oder Instituten in mehrstündigen Workshops über unsere Produkte aufzuklären.

Ich arbeite zudem daran, regelmäßig Blogger:innen zu finden, die unsere Themen aufgreifen. Deswegen sind besonders langfristige Kooperationen wichtig, damit sich die Creatos mit unseren Produkten und Inhaltsstoffen ausführlich auseinandersetzen können.

Für’s nächste Jahr planen wir zudem eine digitale Beratung, die dann über eine individuelle Terminvereinbarung und FaceTime möglich werden soll. Auch Live-Shopping steht auf der Agenda.

styleranking: Ist es schwierig, Blogger:innen oder Creators zu finden, die die La mer-Produkte vollumfänglich erklären können?

Jana Schubert: Ich muss gründlich briefen, weil ich nicht voraussetzen kann, dass sich Influencer:innen vorab mit Wattenmeer und Meeresschlick auseinandersetzen. Einige Blogger:innen befassen sich intensiv mit der Materie und können anschließend toll erklären, was relevant ist. Da mache ich positive Erfahrungen.

"Das La mer-Team ist zudem sehr aktiv auf Instagram und beobachtet den Markt durchgehend"

styleranking: Beauty und Skincare sind hart umkämpfte Märkte - auch im Bereich der Kooperationen auf Social Media. Kann La mer frei auswählen, mit wem die Brand arbeitet oder müsst ihr auf das Interesse der Creators hoffen?

Jana Schubert: Als das Influencer-Thema Fahrt aufgenommen hat, sind mehr Creators von sich aus auf uns zugekommen. Leider passen solche Anfragen oft nicht zur Marke.

Wenn ich Anfragen an Blogger:innen stelle, bekommen wir zu 80 Prozent eine positive Rückmeldung. Wir arbeiten auch gern mit IMM-Models zusammen und profitieren dabei sehr von den tollen Bildern und der Social Media-Reichweite der Models.

Das La mer-Team ist zudem sehr aktiv auf Instagram und beobachtet den Markt durchgehend. In der Regel schreiben wir interessante Profile direkt an. Wichtig ist, dass die Influencer:innen authentisch sind, wirklich von La mer-Produkten überzeugt und für langfristige Kooperationen bereit sind.

styleranking: In unserem vergangenen Interview hast du erzählt, wie wichtig dir der persönliche Kontakt mit den Influencer:innen ist. Heute spielen Talent Management-Agenturen eine große Rolle. Kannst du den persönlichen Kontakt halten?

Jana Schubert: Das ist möglich. Wir sind aktuell mit rund 30 Influencer:innen im persönlichen Austausch. Schauen wir uns die Schauspielerin Mimi Fiedler an. Wir kooperieren gerade mit ihr und sobald es um offizielle Absprachen oder Budgets geht, läuft die Kommunikation natürlich über ihre Agentur. Aber kurzfristige Rückfragen oder Abstimmungen des Contents machen wir auch mal sonntags Nachmittags im persönlichen Gespräch.

Ich mag diesen persönlichen Kontakt sehr, weil ich hier merke, ob jemand für die Marke brennt. Mir ist wichtig, dass der Content nicht oberflächlich ist und die Influencer:innen ein Interesse daran haben, dass wir mit den Inhalten glücklich sind.

Menina Woitalla wirbt für La mer und gehört zur Kategorie der Best Ager, die La mer via Instagram anspricht.   Copyright: Menina Woitalla

styleranking: Welche Influencer-Kooperationen von La mer sollten wir uns auf Social Media anschauen?

Jana Schubert: Mimi Fiedler habe ich bereits genannt, mit ihr arbeiten wir seit circa einem Jahr zusammen. Sie ist sehr authentisch und bindet die Produkte in ihren Alltag ein. Da kann es vorkommen, dass sie einen Adventskalender von uns an ihre Mama verschenkt. Dabei ist es nicht relevant, ob La mer-Fans das verstehen. Mimi’s Fans verstehen diese Geschichten und ihren Humor. Das ist wichtig. Content darf ruhig überraschend sein, solange er zur Marke passt.

Wir arbeiten auch mit der Schauspielerin Gerit Kling oder mit Menina Woitalla oder Christine Hei zusammen und positionieren uns im Bereich Best Ager.

Dann gab es eine spannende Aktivierung mit der Olympia-Läuferin Alexandra Wester, die Teil der Seacrets-Kampagne war. Im empfehle sehr, ihr Profil anzuschauen. Sie ist eine beeindruckende Persönlichkeit.

Die Kooperationen sollen schlussendlich die Bandbreite unserer Produkte abbilden. Deswegen arbeiten wir jetzt auch mit Thea von theatritralisch zusammen, die akut von Neurodermitis betroffen ist und unsere Med-Serie verwendet.

styleranking: Welche Rolle spielen junge Zielgruppen, zum Beispiel auf der Plattform TikTok?

Jana Schubert: Wir haben ein La mer-Profil bei TikTok und schauen uns die Plattform natürlich an. Allerdings müssen wir uns fokussieren. TikTok ist wichtig, aber noch nicht im Fokus. 2022 wollen wir hier weitere Schritte gehen und bei TikTok die Mütter-Community ansprechen. Die Altersgruppe der Nutzer:innen ist nämlich gar nicht so jung, wie man denkt.

styleranking: Fehlt es dir in der Social Media-Branche aktuell an etwas?

Jana Schubert: Das Business ist bereits jetzt wahnsinnig vielseitig und es ist essentiell, sich zu fokussieren. Deswegen betrachte ich ein “mehr”, zum Beispiel im Bereich Plattformen oder Funktionen als schwierig. Die Kanäle und Möglichkeiten sind vollkommen ausreichend und es gilt, die vorhandenen Angebote sinnvoll zu bespielen.

styleranking: Vielen Dank für das Interview.

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