Zwei Jahre GAG - Der Podcast

Robin Solf & Miss Ivanka T: " Wir müssen die ganze Zeit darüber reden, wie schwul wir sind. Wir haben keine andere Wahl"

Franziska Gajek
Von Franziska Gajek
12.10.2021 / 10:27 Uhr

Wir sitzen im Österreich-Zimmer von Miss Ivanka T's Altbauwohnung irgendwo in Berlin. Um uns herum sieht es aus, als hätte Heidi höchst persönlich die Inneneinrichtung übernommen. "Ich nehme regelmäßig Deko aus meiner österreichischen Heimat mit nach Berlin", sagt Miss Ivanka T. "Beim Kruzifix haben die am Flughafen schon etwas komisch geguckt," erklärt sie weiter.

Miss Ivanka T und Robin Solf haben mit GAG in den vergangenen zwei Jahren eines der erfolgreichsten queeren Podcast-Formate des Landes etabliert. Meinungsstark, tabulos und manchmal derbe quatschen die beiden seit nunmehr 92 Folgen über das Nachtleben in Berlin, Dating und Gesellschaftspolitik. Nebenbei bespielt Miss Ivanka T als Dragqueen die Bühnen der Hauptstadt und Robin wirbt in der viel gelobten schwulen Dating-Show Prince Charming um das Herz von Prinz Kim. Darüber haben wir natürlich gesprochen, im Österreich-Zimmer. Und über Homophobie, unser heteronormatives Wertesystem, Sex und die Herausforderungen einer Podcast-Produktion.

Miss Ivanka T und Robin Solf feiern zwei Jahre GAG - Der Podcast.   Copyright: GAG - Der Podcast

styleranking: Welch:e Schauspieler:in würde die Hauptrolle in der Verfilmung eures Lebens spielen?

Miss Ivanka T: Cameron Diaz. Blond, attraktiv, sexy, ein bisschen frech und sehr USA. Ich glaube mein Drag entspricht ihr ein bisschen.

Robin: Nicollette Sheridan. Sie spielt Edie Britt in Desperate Housewives. Immer Trouble und am Schluss stirbt sie einfach.

styleranking: Welches Genre hätte der Film?

Robin: Tragikomödie. Es gäbe kein Happy End, wäre aber die ganze Zeit sehr lustig.

Miss Ivanka T: Eine kitschige High School Teenie Rom Com und ich wäre die Böse - so wie in Mean Girls. Von den Kritikern zerrissen, von den Fans geliebt. Ein Evergreen eben.

styleranking: Welche Songs berühren euch?

Miss Ivanka T: In meinem Italien-Urlaub habe ich Sufjan Stevens gehört. Er hat den Soundtrack zum Film Call me by your name gemacht. Ich habe mich dort wie der junge Timothée Chalamet gefühlt und gedacht: Hach, das Leben kann so schön sein.

Robin: Bis heute begleitet mich jeden Tag Talking Body von Tove Lo.

Miss Ivanka T: Und Halo von Beyonce.

Robin: Der ist so abgedroschen.

Miss Ivanka T: Ich weiß, aber der läuft immer bei der Newcomer-Performance-Show Dragaholic in Berlin. Am Ende gibt’s im SchwuZ immer die Graduation-Party und die Chefin der Show steht in einem goldenen Pailletten-Kleid auf der Bühne und performt diesen Song. Alle singen mit und das Gefühl von Zusammenhalt ist toll. Da weine ich immer.

"Für die queere Community ist das Nachtleben ein Safe Space"

styleranking: In welchen Momenten weint ihr noch?

Miss Ivanka T: Ich weine, wenn ich glücklich bin. Das letzte mal beim CSD. Es ergreift mich sehr, wenn ich Hetero-Couples sehe, die händchenhaltend mit der Regenbogenflagge über die Straße laufen. Wir brauchen die Menschen, die nicht Teil der Community sind und für uns die Flagge schwingen.

Robin: Ich weine immer, wenn es eigentlich schon zu spät ist - vor allem in Momenten, wenn Druck von mir abfällt.

styleranking: Seid ihr gut darin, den Moment zu genießen?

Robin: Ich nehme vieles erst in der Retrospektive wahr. Das merke ich auch jetzt, wo ich bei Prince Charming dabei bin. Auf einmal kommt so viel zurück und ich kann das kaum genießen. Vielmehr entsteht der Druck, alles auszukosten.

Miss Ivanka T: Ich bin schlecht darin, etwas abzuschließen. Ich muss direkt wissen, was als nächstes passiert. Das geht mir bei meinem Magazin hart auch so. Sobald eine Ausgabe veröffentlicht ist, denke ich an die nächste.

styleranking: Wie könnt ihr am besten entspannen?

Robin: Uns gibt das Nachtleben wahnsinnig viel. Klar ist das auch ein Job - aber Clubs und Bars lösen in mir ein Kribbeln aus und versprühen Energie. Sollte das je aufhören, gehe ich nicht mehr.

Miss Ivanka T: Für die queere Community ist das Nachtleben ein Safe Space. Da können wir die wahrhaftigste Version unserer Selbst sein. Wir müssen wir keine Angst haben und können vergessen, dass wir nicht der Norm entsprechen.

Robin: Sobald wir den Club verlassen, ziehen wir uns etwas über und überlegen, wie wir nach Hause kommen. Wir wissen, dass es in diesem Moment wieder gefährlich werden kann.

"Faulheit hasse ich. Und, wenn Menschen langsam sind. Dabei prokrastiniere ich ständig vor mich hin"

styleranking: Was habt ihr zuletzt gelesen?

Robin: Früher war ich eine Leseratte, hab ich aber aufgegeben. Ich hab beim Lesen immer das Gefühl, meine Zeit zu verschwenden. In Quarantäne habe ich aber ein Buch über schwules Dating in Berlin gelesen. Das war Romeo und Julius: Meine Suche nach der großen Liebe (in 25 Dates) von Julius Kraft.

Miss Ivanka T: Ich hab die italienische Vogue gelesen.

styleranking: Welche Eigenschaft könnt ihr an anderen nicht leiden, die ihr selber habt?

Miss Ivanka T: Unordentlichkeit. Ich hasse es, wenn Leute etwas liegen lassen, erwische mich aber selber immer dabei. Mein Freund weißt mich öfters darauf hin. Faulheit hasse ich auch. Und, wenn Menschen langsam sind. Dabei prokrastiniere ich ständig vor mich hin.

Robin: Ich verabscheue, wenn Leute nicht zum Punkt kommen. Dazu ist meine Aufmerksamkeitsspanne zu gering. Ich selbst bin aber ein richtiger Märchenerzähler. Das ist toll, wenn jemand Zeit hat. Ansonsten wird’s anstrengend, wenn ich jedes Mal den Bogen bis zu meiner Kindheit spanne.

Miss Ivanka T tritt als Dragqueen im Berliner Nachleben auf. Robin Solf ist aktuell in der TVNOW Produktion Prince Charming zu sehen.   Copyright: GAG - Der Podcast

styleranking: Ihr feiert in diesen Tagen zwei Jahre GAG - Der Podcast. Wie bereitet ihr euren Podcast vor?

Robin: Zu Beginn haben wir die Folgen thematisch recherchiert, dann aber festgestellt: Spontan funktionieren wir am besten. Es gibt ein Oberthema und das war’s. Da wir ein Entertainment und Laber-Podcast sind, können wir dieses Vorgehen beibehalten. Aufklärung ist nicht unsere Aufgabe.

Miss Ivanka T: Wir schneiden den Podcast auch nicht mehr. Jingle rein, fertig. Das Ding geht so live, wie wir es aufgenommen haben. Wir polarisieren und haben aufgehört, es jedem Recht machen zu wollen.

"Wenn ich meine Fehler offen zugebe, educate ich damit auch andere"

styleranking: Wie seid ihr zu diesem Punkt gekommen?

Robin: Du wirst heute echt sofort zerfetzt und gecancelt und musst gerade im Internet besonders aufpassen.

Miss Ivanka T: Und die queere Community ist eine sehr intensive Community.

Robin: Deswegen haben wir zu Beginn kritische Themen ausgeklammert. Die Wahrheit ist aber: Es gibt sowieso Kritik und die eigene Meinung ist immer authentischer. Wir können unsere Meinung gut begründen und wir können andere Meinung auch akzeptieren.

Miss Ivanka T: Zudem ergibt sich mit wachsender Bekanntheit auch Support aus der Community, das gibt Sicherheit.

Robin: Wischiwaschi-Aussagen bringen niemanden weiter, das merke ich jetzt bei Prince Charming. Sätze wie: “Unsere graue Welt muss bunter werden”, kann ich nicht mehr hören. Das ist der leichte Weg, auf den sich alle verständigen können. Der verändert aber wenig.

styleranking: Liegt das an der fehlenden Meinung von Menschen oder an der Angst vor zu viel Angriffsfläche?

Miss Ivanka T: Hörer:innen versuchen stets, sehr höflich Kritik zu üben. Daran merke ich, wie viel Angst in der Luft liegt. Cancel Culture ist schnell passiert, siehe James Charles.

Robin: Wir achten auf das Gendern, auf die korrekten Pronomen. Die Fettnäpfchen sind vielseitig. Wichtig ist deshalb: Wir dürfen Fehler machen und sachlich Kritik üben. Wenn ich meine Fehler zudem offen zugebe, educate ich damit auch andere.

"Die queere Community ist eine der buntesten und vielseitigsten, die es gibt"

styleranking: Robin, du standest in der Kritik, weil du bei Prince Charming sagtest, dass dein Freundeskreis fast ausschließlich in der Queer Community verortet ist. Warum wurde daraus so ein Thema?

Robin: Mir wurde im Prinzip vorgeworfen, dass ich mich auf meine Sexualität beschränke. Ich finde das okay. Besser, als dafür bekannt zu sein, sich wie ein Arschloch zu verhalten.

Miss Ivanka T: Problematisch ist, dass die Leute denken, darin läge eine Beschränkung. Dabei ist die queere Community eine der buntesten und vielseitigsten, die es gibt.

Robin: Heteros sagen in diesem Kontext oft, das wir uns über das Schwulsein definieren. Dabei merken sie nicht, wie sehr sie sich über ihrer Heterosexualität definieren. Klar, die ganze Welt ist ja so, wie sie. Sie müssen nicht ständig darüber reden, weil es vermeintlich “normal” ist, ein heteronormatives Leben zu führen.

Miss Ivanka T: In acht Ländern dieser Welt werden wir dafür umgebracht, schwul zu sein. Auf den Straßen wird es unsicherer für uns - auch hier in Berlin. Jede Woche häufen sich die Meldungen von Leuten, die verprügelt werden. Deswegen müssen wir die ganze Zeit darüber reden, wie schwul wir sind und jeden immer und überall damit konfrontieren. Wir haben keine andere Wahl.

"Ich hätte eher gedacht, dass ich mit den Heten diskutiere. Aber das kommt dann vermutlich mit der TV-Ausstrahlung"

styleranking: Wie können wir zu einem New Normal gelangen, in dem sämtliche Lebensentwürfe gleichwertig toleriert werden?

Robin: Mir begegnen immer noch Menschen, die mir ans Herz legen, doch mal ein anderes, heteronormatives Leben auszuprobieren. Ganz ehrlich: Bis ich 16 war und mich geoutet habe, war mein Leben heteronormativ. Ich habe das alles durch, es war nichts für mich.

Miss Ivanka T: Auch sehr viele Homosexuelle übernehmen stereotype Sichtweisen. Beispiel: Einer muss der Mann und einer die Frau in der Beziehung sein. Das ist ein patriarchales System. Wenn du in der schwulen Welt deine feminine Seite auslebst, wirst du in die Bottom-Schublade gesteckt. Feminität wird sofort mit Schwäche assoziiert. Das binäre System wird übernommen.

Robin: Ich diskutiere darüber auch mit schwulen Männern, die Prince Charming gucken. Da äußern sich einige Zuschauer wirklich queerphob. Die fühlen sich provoziert, wenn jemand so offensichtlich schwul ist, wie ich. Dann heißt es, es seien zu viele Schwuchteln dabei und ich sei die Oberschwuchtel, weil ich der in den Frauenklamotten bin. Die wollen andere als Aushängeschild sehen.

styleranking: Wie geht es dir damit, Robin?

Robin: Ich bin überrascht. Ich hätte eher gedacht, dass ich mit den Heten diskutiere. Aber das kommt dann vermutlich mit der TV-Ausstrahlung. Meine Top-Zielgruppe gerade sind Frauen, die finden mich toll.

Miss Ivanka T: Klar, weil marginalisierte Gruppen solche Dynamiken gut verstehen. Ein weißer Hetero-Cis-Mann versteht das Problem nicht und kann sich schlecht in Sitautionen der Unterdrückung hineinversetzen. Für diese Menschen ist es dann einfach, sich lustig zu machen. Darin besteht eine ähnliche Dynamik, wie beim Rassismus. Weiße Menschen wollen sich mit der Problematik nicht auseinandersetzen und verleugnen Rassismus sogar, damit sie sich bloß nicht selber hinterfragen müssen.

styleranking: Es ist ein Unterschied, Identifikationsfiguren in der Community zu fordern oder selbst eine zu werden. Wie geht ihr mit dieser Verantwortung um?

Miss Ivanka T: Drag steht an der Speerspitze von Sichtbarkeit. Jeder, der mit Geschlechterrollen spielt, ist politisch und provoziert. Auch, wenn du es nur aus Spaß machst. Die erste Person, die in Stonewall* einen Stein geworfen hat, war eine schwarze Dragqueen und Transfrau. Diese Personen kämpfen am lautesten für die Community.

Robin: Wir stehen nicht eines Morgens auf und möchten eine Identifikationsfigur werden. Ich wollte nie Aktivist sein, ich wollte Aufmerksamkeit. Der Aktivismus hat sich dann langsam entwickelt. Heute denke ich, dass die Art, wie ich mein Leben führe, schon ein Vorbild sein kann. Ich hätte mir mit 15 gewünscht, jemanden zu sehen, der in bunter Kleidung rumläuft und so aussieht wie ich. Es gab immer nur Drag oder Straight Passing Boys.

Miss Ivanka T: Damals gab es auch kein Instagram. Diese App hat die Welt verändert.

styleranking: Wie fühlt es sich an, emotional so stark in den Beruf eingebunden zu sein? Würdet ihr manchmal lieber Lohnarbeit im klassischen Sinne nachgehen?

Robin: Wir geben Einhundertfünfzigtausend Prozent Passion. Da gibt es natürlich Momente, in denen ich diesen Job hinterfrage. Zumal es hart ist, mit der eigenen Persönlichkeit Geld zu verdienen.

Miss Ivanka T: Wir sind da wo wir sind, weil die Leute uns kennen und mögen. Egal wo wir hingehen: Wir müssen likeable und available sein. Es geben uns am Ende die Leute ihr Geld, die uns am Wochenende zuvor im Club kennengelernt haben. Ich habe Fotografie studiert und letztens ein Albumcover geschossen. Den Job habe ich bekommen, weil ich davor in einer Schwulenbar mit den richtigen Leuten gesprochen habe. Alles ist Vitamin B.

Robin: Früher habe ich mir vorgestellt, entdeckt zu werden und dann das Rund-um-Sorglos-Paket zu bekommen. Jetzt sind wir Künstler, Marketing- und PR-Agentur in einem. Du musst selbst das komplette Paket abdecken. Am Ende sehen die Leute 30 Prozent von dem, was wir wirklich machen.

Miss Ivanka T: Niemand spricht dich im Club an uns sagt: Du wirst ein Star. Wenn du ein Star werden willst, musst du 24/7 hart dafür arbeiten. Dafür fühlt es sich super an, dass alle Menschen mit denen wir arbeiten, unsere Freunde sind. Die verstehen uns und wir müssen unsere Daseinsberechtigung nicht immer erklären: Warum schminke ich mich wie eine Frau, warum zieht sich Robin so komisch an? Ich weiß es doch selbst nicht. (lacht)

*(Anm. d. Redaktion: Stonewall gilt als Beginn der queeren Emanzipationsbewegung. Hintergrund ist der Widerstand gegen transphobe, lesben- und schwulenfeindliche Polizeigewalt bei einer Razzia im New Yorker Club Stonewall Inn im Jahr 1969. Zu den bekanntesten Protagonist:innen dieses Widerstands gehören die Transfrauen Marsha P. Johnson und Sylvia Rivera.)

"Wir wollen Teil der Subkultur sein und gleichzeitig Teil des Mainstreams werden, ohne uns dafür angleichen zu müssen"

styleranking: Wann ist eine Podcast-Folge erfolgreich?

Miss Ivanka T: Ab 10.000 Hörer:innen die Woche. (lacht)

Robin: Wenn wir eine Conversation starten, die über den Podcast hinaus geht und wir Leute erreichen, die wir normalerweise nie erreichen würden.

styleranking: Wie wichtig ist es, Leute außerhalb der Community zu erreichen?

Miss Ivanka T: Beispiel Queen of Drags: Ich denke, viele Leute hatten ein Problem damit, dass Heidi Klum die Sendung gemacht hat. Der Sendeplatz auf Pro7 war toll. Ich finde sehr wichtig, dass Leute die Community wahrnehmen, die nichts damit zu tun haben. Denn die aus der Community wissen, was Sache ist. Heidi Klum war leider ein Bespiel für: Ich nehme eine Subkultur mit der ich nichts zu tun habe und mache sie mir zu Eigen.

Robin: Der Grenzgang spielt eine entscheidende Rolle. Wir wollen Teil der Subkultur sein und gleichzeitig Teil des Mainstreams werden, ohne uns dafür angleichen zu müssen.

"Robin und ich haben eine stark ausgeprägte feminine Seite. Das liegt sicher daran, dass starke Frauen unsere Idole sind"

styleranking: Wie definiert ihr Weiblichkeit, auch im Bezug auf den Drag?

Miss Ivanka T: Wir alle tragen eine maskuline und eine feminine Seite in uns. Die stehen aber nicht zwingend im Kontext des biologischen Geschlechts. Robin und ich haben eine stark ausgeprägte feminine Seite. Das liegt sicher daran, dass starke Frauen unsere Idole sind. Wir fanden immer toll, wenn Frauen Verantwortung übernommen haben - ob im privaten oder z.B. in der Politik. Unsere Mütter waren beide stark.

Viele Menschen denken, Drag bedeutet, sich über Frauen lustig zu machen. Das kann zutreffen, wenn sich ein Typ im Stadion eine Perücke aufzieht und Brüste ins T-Shirt steckt. Am Ende sollte es aber darum gehen, Frauen und Weiblichkeit zu feiern.

Robin: Die Problematik besteht darin, wie wir in der Gesellschaft Männlichkeit und Weiblichkeit mit unterschiedlichen Bewertungsmaßstäben aburteilen. Ich spiele deswegen gern mit zwei Extremen: Einem sehr maskulinen Körper und sehr weibliche Kleidung, wie BHs. Das fickt den Kopf von einigen Leuten, weil sie damit nicht umgehen können. Ich finde das aber sexy und mag, wenn Männer ihre feminine Seite zeigen können. Männlichkeit wird häufig mit der Abwesenheit von Weiblichkeit beschrieben. Es geht darum, den größtmöglichen Abstand zu allem, was weiblich ist, zu erzeugen. Darüber setze ich mich hinweg.

Miss Ivanka T: Wenn du versuchst, so männlich wie möglich zu agieren, endet das immer toxisch. Da braucht man sich ja nur unsere Geschichte anschauen.

Side Fact: Kennengelernt hat styleranking die beiden bei einer Fashion Show von Marina Hoermanseder. Miss Ivanka T und Robin Solf waren außerdem bereits Teil des InfluencerCafés Virtual Edition von styleranking.   Copyright: GAG - Der Podcast

styleranking: Wie verändert die Präsenz bei Prince Charming eure Social Media-Kanäle?

Robin: Ich kann jetzt den Swipe-up Button nutzen. (lacht). Es verändert sich wirklich viel durch die Show. Zuvor hatte ich kaum weibliche Followerinnen, jetzt bin ich bei 40 Prozent.

Miss Ivanka T: Wir wachsen auch beim Podcast sehr stark und erreichen ein Publikum, was außerhalb der klassischen Zielgruppe liegt.

Robin: Mit den Schwulen hatte ich auch lange genug zu tun. Die sagen: Entweder ich möchte dich knallen oder ich finde dich blöd. Mit Frauen geht’s auch mal um was anderes. (lacht)

styleranking: Ihr seid schon sehr lange in der Szene aktiv, die TV Now-Produktion bringt jetzt viel Aufmerksamkeit in kurzer Zeit. Brauchen wir doch die klassischen TV-Formate, um die ganz große Bekanntheit zu erlangen?

Robin:. Ich habe beim vergangenen CSD in Köln mit über 200 Leuten Fotos gemacht, die teilweise meinen Namen nicht mal kannten. Das regt mich zum Nachdenken an. Ich mache Musik, wir machen den Podcast und erst eine Show wie Prince Charming bringt die Aufmerksamkeit. Aber ich nehme das an und setze nicht alles auf dieses eine Projekt. Deswegen hoffe ich, einige rüberziehen zu können.

Miss Ivanka T: Die Leute sind einfach übersättigt, gerade auf Social Media. Man ist sich ja heute zu fine, um anderen zu folgen. Deshalb braucht es TV-Shows. Die Menschen wollen Drama. Deswegen steigen auch die Follower:innen-Zahlen der Kandidatinnen bei GNTM an.

"Ich liebe Leon von xskincare und folge ihm super gern"

styleranking: Gefällt euch die Perspektive, mehr Kooperationen via Social Media umzusetzen?

Robin: Influencer sein gehört zum Zirkus dazu, aber ich sehe mich mehr als Performer.

Miss Ivanka T: Wir sind nicht da, um Produkte sondern Meinung zu teilen. Unsere Maxime besteht darin, unsere Community zu vertreten und nicht irgendwelche großen Firmen.

Robin: In einem perfekten Universum möchte ich lieber für Performance auf der Bühne bezahlt werden, als für 2 Feed-Postings und eine Story - auch, wenn das manchmal der leichtere Weg wäre.

Miss Ivanka T: Der Begriff Influencer ist außerdem sehr negativ behaftet und wirkt abgedroschen. Da steckt sicher das Vorurteil dahinter, dass Influencer:innen Produkte verkaufen, die die Leute eigentlich nicht benötigen. Das wirkt belanglos.

styleranking: Erwischt ihr euch trotzdem dabei, auf die Empfehlung von Influencer:innen hin etwas zu kaufen?

Miss Ivanka T: Ja, total - besonders bei dm. Ich gehe dadurch und denke: Das habe ich bei Instagram gesehen, das kaufe ich jetzt.

Robin: Das ist einfach ein tolles Marketing-Tool. Ich liebe z.B. Leon von xskincare und folge ihm super gern. Natürlich gibt es auch Influencer:innen, die nicht so verantwortungsvoll mit ihrer Reichweite umgehen. Deswegen ist es wichtig, dass Projekte wie Hydro Hype die Schwachstellen der Branche zeigen. Influencer:innen müssen aware sein.

styleranking: Vielen Dank für das Interview.

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